„Wir pflegen und entwickeln Kontakte nach außen. Wir tauschen Wissen und Erfahrungen mit beruflichen Schulen im In- und Ausland aus“, ein Anspruch, den die Robert-Bosch-Schule in ihrem Leitbild formuliert. Doch aller Anfang ist schwer: Wie die ersten Kontakte herstellen, wie entsprechende Fördertöpfe erschließen?

Logo.JPGUnterstützung leisteten das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW/OFAJ), das uns Fördergelder gewährte, und die Akademie der beruflichen Bildung, die zur Stärkung von Beziehungen zwischen Baden-Württemberg und den französischen Partnerregionen, darunter Lyon, am 22. Januar 2005 gegründet wurde. Auf einem Treffen im Sommer 2005 ist dann auch der Kontakt zum Lycée Louis Armand und vor allem die Idee zu einem mannsgroßen „Ungetüm“ entstanden, die danach in zwei weiteren Arbeitstreffen konkretisiert wurde. Die französischen Kollegen waren dabei durch eine deutsche Künstlergruppe inspiriert worden, deren mit Technik der Firma FESTO bewegte Blechungetüme sie ein Jahr zuvor in Lille (europäische Kulturhauptstadt 2004) gesehen hatten.

Mehrere pneumatische Aktoren sollten also möglichst vielseitige Bewegungen unseres Humanoiden zulassen, die sehr einfach über eine speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) variiert werden konnten.

Nicht nur die Vermittlung von Fachkenntnissen stand dabei im Mittelpunkt, sondern die jungen Menschen sollten auch lernen sich mit anderssprachigen Menschen zu verständigen, um so ihren Horizont zu erweitern.

Die Zusammenarbeit beschränkte sich nicht nur auf die gemeinsamen Präsenzwochen. Gearbeitet wurde wie in „richtigen“ multinationalen Konzernen auch mittels elektronischer Kommunikation. So wurden sämtliche technische Dokumentationen mehrmals über die Ferne ausgetauscht.

„Sie haben bewiesen, dass Kommunikation kein Hindernis sein muss, wenn man bereit ist sich einzusetzen.“ sagte denn auch Generalkonsul Christian Dumont bei der Abschlusspräsentation der Arbeiten während des Stuttgarter Aufenthaltes der französischen Schüler im März 2005.

In der ersten Märzwoche 2005 war es dann endlich soweit und die Schüler aus Villefranche waren an unserer Schule, um gemeinsam mit den deutschen Schülern in den Werkstätten von Hr. Kögele und Hr. Kaiser feinmechanische Gelenke zu fertigen. Die Zusammenarbeit klappte hervorragend und die französischen Besucher konnten die benötigten Teile mit nach Frankreich nehmen.

In der Woche nach den Osterferien war dann der Gegenbesuch in Villefranche-sur-Saône fällig, wo wir „Louis Robert“ dann mittels SPS in Bewegung brachten.

Die weiteren Projekte beinhalteten ebenfalls die Fertigung von Metallteilen an der RBS, die dann in defekte Maschinen in der Ausbildungswerkstatt der „Wartungsmechaniker“ des Lycée Louis Armand eingesetzt werden mussten.

Mit dem Windkraftprojekt haben wir dann das Thema erneuerbare Energien aufgegriffen, das auch in Frankreich immer mehr in den Fokus rückt. Ein weiteres ökologisches Thema war in diesem Jahr der Umgang mit dem lebensnotwendigen Stoff Wasser. Im Rahmen einer Chemiestunde erarbeiteten die Schüler wesentliche Aspekte der enormen Bedeutung von Wasser und führten einige kleine Experimente durch. Danach besuchten wir dann ein modernes Klärwerk und eine Naturkläranlage.

Die Kooperation mit den beteiligten französischen Kollegen war immer angenehm und erfolgreich, so dass wir uns freuen würden weitere Projekte, evtl. ebenfalls aus dem Bereich Ökologie/erneuerbare Energien, durchzuführen.