Warmduschen, international

Da staunte die Bürgermeisterin Gleizés nicht schlecht. Gleizé, der Teilort von Villefranche, in dem unsere Partnerschule Lycée Louis Armand liegt.

Sehr eindrucksvoll waren die Worte von Jean Philippe Aivar bei der Vorstellung des neusten Projektes unserer Deutsch-Französischen Allianz beim Empfang in der Bürgermeisterei.

 

Ein „Rideau électronique“ (elektronischer Vorhang) mal ganz anders. Keine Überwachungsanlage sondern Duschdaten in Echtzeit, wie sie möglicherweise noch nirgendwo in dieser Weise veranschaulicht wurden.

Wie lange? Mit wie viel Wasser? Dazu eine Veranschaulichung, was mit derselben, gerade verduschten Energie noch so alles hätte angestellt werden können.

Nach zwei Projekten rund um die Windenergie stand beim diesjährigen Austausch das Thema Wasser (Verbrauch, Reserven, sauberes Wasser) im Mittelpunkt. Seit einigen Jahren bestand bereits der Wunsch der Schulsportveranstaltung etwas mehr Reinlichkeit zu spendieren.

Da auch unsere französischen Partner ein Sportfest veranstalten und die Rugbyspieler nach den Duellen auf meist feuchtem Terrain oft nicht mehr wieder zu erkennen sind, lag der Bau einer mobilen Solardusche auf der Hand.

Schon wieder ein Prestigeobjekt und – wir fassen uns an der eigenen Nase - mal wieder nicht ganz fertig geworden!

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Immerhin konnten die gemischten Schülergruppen auf Basis des erworbenen technischen Wissens Entwürfe kreieren, wie die solare Wärme am effizientesten an einen Duschkopf zu verbringen ist. Es ist nicht das klassische solare Layout, schließlich soll die Sonnenkraft möglichst unmittelbar genutzt  und nicht erst zwischengespeichert werden. Es ergaben sich interessante Fragestellungen, wie groß ein Speichermedium dann idealerweise noch sein muss, wie viele Schüler/innen in welcher Zeit wohl dann duschen könnten usw.

Die Veranschaulichung auf dem „Rideau“ in Echtzeit war dem Projektteam sehr wichtig.

Energiesparen mit Wettbewerbscharakter schien ein Schlüssel zu sein, das Ökothema entsprechend  motivierend unter die „Dusche zu bringen“.

Wer duscht mit der geringsten Menge Wasser bzw. mit der geringsten Wärmemenge? Sind es die Franzosen, die Deutschen?  Die Jungs, die Mädels? Schon interessant, wie wenig Wasser tatsächlich reicht, für ein ausreichendes Duschergebnis, versteht sich…

Flankiert wurden die  fachpraktischen und fachtheoretischen  Anteile mit dem gewohnt guten Begleitprogramm. Grillen am Max-Eyth-See, gemeinsames „Kicken“, Besuch des Bodensees, verbunden mit der Besichtigung der Bodensee-Wasserversorgung in Sipplingen.

Schon in Lyon gab es ein wassernes Programm, das mit einer Schifffahrt auf der Saône startete und Fragen zur Wasserqualität und -versorgung in Ballungsraum Lyon aufwarf. Thematischer Höhepunkt war dann aber doch die Besichtigung des Ecoquartiers von Grenoble, ein sehr beeindruckendes architektonisches Ensemble, aus einer ehemaligen Stadtkaserne heraus entwickelt wurde. Ein „Plus-Energie-Viertel“, in dem mehr Energie erzeugt, als verbraucht wird.

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Im Anspruch, die Deutsch-französische Projektreihe jedes Jahr ein Stückchen weiter zu entwickeln,  wurde die bisher fünftägige Fahrt um zwei weitere Übernachtungen verlängert. Ein Review in einer abgeschiedenen Berghütte in den Vogesen, in der Nähe des Gipfels des „Grand Ballon“ sollte noch angefügt werden. Es sollte ein unerwartetes Kontrastprogram werden:  Soeben noch einen wunderbaren Frühsommertag in Grenoble erlebt, bei Temperaturen um die 30° heftig geschwitzt,  ging es zurück in den harten Winter der kargen Mittelgebirgslandschaft, ja direkt in die empfundene Eiszeit. Manch Teilnehmer nutze die vierstündige Anreise um ein wenig Schlaf nachzuholen und wurde noch völlig von der harten Wirklichkeit überrascht.

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Der eingeplante Klettergartenbesuch konnte aufgrund des tagelangen heftigen Schneefalls in dieser Region nicht durchgeführt werden, doch langweilig wurde es uns deshalb nicht.

Endlose Spaziergänge schenken Lehrern und Schülern genau die Zeit, die sonst im hektischen Schulalltag doch regelmäßig fehlt. Sich einmal in Ruhe auszusprechen, fruchtbare Gedankengänge über die Gegenwart der Schule auszutauschen, inspiriert von der kargen und doch so herrlichen Landschaft. Ein weiterer Höhepunkt.

Als hätte die sparsame Energieverwendung nicht schon längst ihren Raum gefunden, trieben es die Schüler/innen doch noch auf die Spitze. Zwar verfügte die Hütte über fünf „konventionelle Duscheinheiten, doch die Körperpflege wurde diesmal in den 2 Grad (!) „warmen“ kleinen Bergsee verlegt. Nachdem das Loch in die Eisdecke geschlagen war (Respekt! Respekt!) fand doch das Gros der Gruppe auch noch den Weg in das eisige Nass.

Die Ergebnisse des Review im kurzen Abriss: Die Projekte sollen zukünftig mehr Vorlauf haben. Es soll bereits mit einer feststehenden Schülergruppe das Thema länger im Voraus beleuchtet werden können. Dabei hilft, dass auch bereits in der Vergangenheit sehr lehrplannah gearbeitet wurde, so dass die Thematik keine Unterrichtszeit raubt. Die technisch sehr anspruchsvollen Projekte sollen weitgehend beibehalten werden, weil es gerade auch die Herausforderung ist, die die Beteiligten motivieren kann.

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Bedanken wollen wir uns beim Deutsch-Französischen Jugendwerk, welches uns nun schon im sechsten Jahr verlässlich förderte.

 

 

Grundlagen zum physikalischen Verständnis

Im Rahmen des gemeinsamen französisch-deutschen Unterrichts wurden u.a. die physikalischen Grundlagen wie Absorption und Wärmetransportmechanismen erarbeitet.

1-Absorption.docx

2-Wärmeleitung.docx

P.Versuche-Wärmetransport.Wärmeleitung.docx

3-Konvektion.docx

P.Versuche-Wärmetransport.Konvektion.docx

 

Einige Bilder von den Versuchen:

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